Kongresssoftware 2026: Was Verbände und Fachgesellschaften wirklich brauchen

Rund 2,02 Millionen Präsenzveranstaltungen gab es 2025 in Deutschland, und 54,1 Prozent davon waren Kongresse, Tagungen und Seminare (Meeting- & EventBarometer 2025/26, Pressemitteilung des EVVC vom 6. Mai 2026). Kein Wunder, dass fast jede Eventsoftware heute mit dem Wort Kongress wirbt. Für Ihre Auswahl hilft das wenig. Ein Fachkongress mit 400 eingereichten Abstracts, 60 ehrenamtlichen Gutachtenden und sechs parallelen Sitzungsreihen fordert eine Software ganz anders als ein Seminar mit Anmeldeformular.

Bei der Softwareauswahl fallen zunächst oft Anmeldung, Ticketkategorien und Namensschilder ins Auge. Für einen wissenschaftlichen Kongress lohnt sich jedoch ein genauerer Blick auf die Schritte davor: Einreichung, Begutachtung und die Planung paralleler Sitzungen. Bei medizinischen Fachgesellschaften kommen außerdem Fortbildungsnachweise hinzu. Diese Abläufe sollten im Vergleich genügend Gewicht bekommen.

Dieser Leitfaden hilft Ihnen, die Anforderungen Ihres Kongresses zu ordnen und passende Systeme auszuwählen. Er stellt vier Systemtypen sowie veröffentlichte Preisangaben aus Oktober 2026 vor und zeigt, wie Sie den Weg vom Abstract zum fertigen Programm in einer Demo prüfen können. So lässt sich die Entscheidung gegenüber Vorstand und Programmkomitee nachvollziehbar begründen.

Was Kongresssoftware für Verbände abdecken muss

Kongresssoftware unterstützt die Organisation vom Call for Abstracts über Begutachtung und Programmplanung bis zu Anmeldung und Durchführung. Besonders bei wissenschaftlichen Veranstaltungen ist die Arbeit mit den Beiträgen umfangreich: Sie werden eingereicht, bewertet und zu Sitzungen zusammengestellt. Je nach Kongress übernimmt ein System diese Aufgaben oder mehrere spezialisierte Lösungen arbeiten zusammen.

Für einen Verbandskongress brauchen Sie sechs Bausteine, und nur zwei davon sind Logistik:

  • Einreichung: eigene Formulare je Beitragsart (Vortrag, Poster, Symposium), Koautorinnen und Koautoren, Dateien, Fristen und automatische Erinnerungen.
  • Begutachtung: ein Pool von Gutachtenden, Zuordnung nach Fachgebiet, anonyme oder offene Bewertung, Bewertungsbogen, mehrere Runden und Regeln für Befangenheit.
  • Programmbau: Angenommene Beiträge werden zu Sitzungen, Sitzungen zu parallelen Reihen, ohne Konflikte bei Räumen und Personen.
  • Vortragende: ein Portal, in dem Referentinnen und Referenten Kurzbiografie, Foto, Offenlegung von Interessenkonflikten und Folien selbst pflegen.
  • Persönliche Agenda: Teilnehmende wählen aus parallelen Sitzungen, mit Platzlimits und Wartelisten.
  • Anmeldung, Rechnung und Einlass: Preise für Mitglieder und Nichtmitglieder, Rechnungsstellung, Namensschilder und Einlasskontrolle.

Für den letzten Baustein gibt es eigene Vergleiche. Welche Systeme Anmeldung und Teilnehmerdaten am besten verwalten, zeigt unser Vergleich von Teilnehmermanagement-Software. Den breiten Markt für Firmenveranstaltungen und Messen ordnet der Vergleich von Eventmanagement-Software ein. Dieser Beitrag bleibt bei den Bausteinen, an denen sich ein Verbandskongress entscheidet.

Warum der Markt so unübersichtlich ist

Viele Kongresse, viele Teilnehmende und ein starkes Motiv zum Netzwerken

54,1 % der Präsenzveranstaltungen 2025 sind Kongresse, Tagungen, Seminare Meeting- & EventBarometer 2025/26
395,1 Mio. Teilnehmende an Präsenzveranstaltungen 2025 plus 4,6 Prozent gegenüber 2024
58 % nennen Networking als Motiv für Präsenzveranstaltungen Freeman 2025, 2021 waren es 39 Prozent
Quellen: Meeting- & EventBarometer 2025/26 (EVVC, Mai 2026); Freeman, Unpacking XLNC (Juli 2025).

Aus den drei Zahlen folgen zwei Dinge für Ihre Auswahl. Weil Kongresse, Tagungen und Seminare mehr als die Hälfte aller Präsenzveranstaltungen ausmachen, wirbt fast jeder Anbieter mit einem Kongressmodul. Ob dahinter eine echte Begutachtung steckt, zeigt erst die Demo. Und weil für eine Mehrheit der Teilnehmenden Networking ein Grund zur Anreise ist (Freeman, Unpacking XLNC, Juli 2025), gehört die Frage nach organisierten Gesprächen auf dieselbe Liste wie die Begutachtung.

Einreichung und Begutachtung: hier trennen sich die Systeme

Die genannten Funktionen sind je nach Anbieter auf unterschiedliche Module und Tarife verteilt. Prüfen Sie deshalb im Angebot, welche Form der Begutachtung enthalten ist und ob sie zu Ihrem Verfahren passt.

Fourwaves veröffentlicht seine Preise vollständig. Der Tarif Essential kostet 899 Euro im Jahr und enthält 100 Einreichungen, aber keine Begutachtung. Die kommt erst im Tarif Advanced für 2.299 Euro im Jahr hinzu, dann mit 300 Einreichungen (Fourwaves Preisseite, Stand Oktober 2026). Swapcard trennt ähnlich: Die Event Engagement Platform beginnt bei 610 US-Dollar im Jahr, Call for Papers und Referentenportal führt der Anbieter dagegen bei seiner separat kalkulierten Plattform für Registrierung und Management (Swapcard Preisseite, Stand Oktober 2026). Einsammeln ist günstig. Begutachten kostet extra.

Für die Kongressreferentin heißt das: Ein günstiges Angebot ohne Begutachtung verschiebt die Arbeit in eine Tabelle neben der Software. Und zwar genau in die Wochen, in denen 60 Gutachtende ihre Bewertungen abgeben sollen.

Prüfen Sie diese fünf Funktionen anhand der Arbeitsweise Ihres Programmkomitees:

  • Zuordnung nach Fachgebiet: Die Software verteilt Beiträge nach Themen an passende Gutachtende. Cvent beschreibt das etwa als Zuordnung nach Programmschiene oder Thema, mit Bewertungen und Kommentaren in einem Portal (Cvent Produktseite, Oktober 2026). Bei mehreren hundert Abstracts kann die manuelle Zuordnung viel Zeit beanspruchen.
  • Einstellbare Anonymität: einfach blind, doppelt blind oder offen, und zwischen den Runden umstellbar.
  • Befangenheit: Gutachtende melden Interessenkonflikte, und die Software schließt sie von den betroffenen Beiträgen aus. Sonst kontrolliert das Komitee Konflikte aus dem Gedächtnis.
  • Mehrere Runden: Ein angenommenes Abstract ist selten gleich eine Sitzung. Prüfen Sie, ob die Software Beiträge und Sitzungen getrennt führt.
  • Bedienbarkeit für Ehrenamtliche: Gutachtende arbeiten meist unentgeltlich neben Klinik, Lehrstuhl oder Kanzlei. Eine verständliche Oberfläche und kurze Hilfestellungen erleichtern ihnen die fristgerechte Bewertung.

Die Regeln selbst legt das Komitee fest, nicht die Software: wie viele Gutachten ein Beitrag braucht, wer bei Befangenheit ausscheidet, wie strittige Fälle entschieden werden. Wie Sie das vor dem Call regeln, beschreiben wir im Beitrag zum Programmkomitee für Kongresse und Tagungen. Die Software muss diese Regeln abbilden, ohne dass das Komitee sie für das System umschreibt.

Von angenommenen Beiträgen zum fertigen Programm

Am Ende der Begutachtung steht eine Liste angenommener Beiträge. Genau hier geben viele Systeme nur einen Export als Tabelle aus, und diese Übergabe ist die zweite Trennlinie.

Ein Kongressprogramm muss viele Bedingungen gleichzeitig erfüllen. Sechs parallele Sitzungen, ein Hauptvortrag, gegen den nichts anderes laufen darf, Säle mit unterschiedlicher Größe, Vorsitzende, die in einer Sitzung vortragen und in einer anderen moderieren, und ein Industriesymposium, das dem Sponsor vor der Mittagspause zugesagt ist. Prüfen Sie in der Demo zwei Dinge: Laufen angenommene Beiträge ohne erneutes Abtippen in den Programmplan? Und meldet das System, wenn zwei Termine kollidieren? Cvent etwa übernimmt angenommene Einreichungen direkt als Sitzungen in die Agenda, zu denen sich Teilnehmende anmelden können (Cvent Produktseite, Oktober 2026).

Danach muss dasselbe Programm für die Teilnehmenden funktionieren. Parallele Sitzungen nützen nur, wenn sich jede und jeder daraus eine eigene Agenda zusammenstellen kann, mit Platzlimits und Wartelisten, die halten. Die Programmplanung von Converve ist um genau diese Seite gebaut: Teilnehmende wählen aus parallelen Reihen, melden sich für Sitzungen mit begrenzten Plätzen an und sehen ihre gebuchten Einzelgespräche im selben Zeitplan, ohne Überschneidungen. Für eine umfangreiche wissenschaftliche Begutachtung kombinieren Sie Converve mit einem Spezialisten für Einreichungen.

Wie Sie Sitzungslängen, Pausen und parallele Reihen sinnvoll aufteilen, ist eine eigene Disziplin, die wir im Leitfaden Veranstaltungsprogramm planen behandeln. Wann der Call for Abstracts öffnen und das Programm stehen muss, zeigt unser Zeitplan für die Kongressplanung. Hier geht es um die Software dahinter. Prüfen Sie die Übergabe, nicht das fertige Programm.

Vortragende, Unterlagen und Fristen

Kurzbiografien, Fotos und Präsentationen kommen häufig erst kurz vor dem Kongress zusammen. Ein klarer Ablauf mit festen Fristen erleichtert die Abstimmung mit den Vortragenden und entlastet die Geschäftsstelle.

Ein gutes Referentenportal leistet drei Dinge: Vortragende pflegen Kurzbiografie, Foto und Folien selbst, die Software hält die Versionen der Folien auseinander, und Fristen erinnern automatisch und mit Eskalation. Bei medizinischen Kongressen gehört die Offenlegung von Interessenkonflikten dazu. Auch sie sollte im Portal liegen, statt einzeln per E-Mail einzutreffen.

Testen Sie in der Demo eine Sache. Kann eine Referentin ihre Kurzbiografie und ihre Folien selbst ändern, ohne dass jemand in der Geschäftsstelle den Datensatz anfasst? Lautet die Antwort „über unseren Support”, multiplizieren Sie das mit der Zahl Ihrer Vortragenden.

Nach dem Kongress: Fortbildungspunkte und Nachweise

Mit dem letzten Vortrag ist die Arbeit für viele Fachgesellschaften nicht vorbei. Bei ärztlichen Fortbildungen, die eine Landesärztekammer anerkannt hat, beginnt dann die Meldung der Punkte.

Die Ärztekammer Nordrhein beschreibt das Verfahren so: Teilnehmende weisen sich mit ihrer 15-stelligen Einheitlichen Fortbildungsnummer (EFN) aus, als Barcode auf dem Fortbildungsausweis oder auf einem Aufkleber. Der Veranstalter meldet die Punkte erst nach dem Termin über den Elektronischen Informationsverteiler (EIV), unterscheidet dabei Teilnahme, Vortrag, Moderation und wissenschaftliche Leitung, stellt Teilnahmebescheinigungen aus und bewahrt die unterschriebenen Teilnehmerlisten fünf Jahre auf (Ärztekammer Nordrhein, Hinweise zur EIV-Punktemeldung, Stand März 2025). Die Details regelt der Anerkennungsbescheid Ihrer Kammer; für andere Berufsgruppen gelten die Vorgaben der jeweiligen Kammer.

Für die Software folgen daraus drei Prüffragen. Kann der Einlass die EFN per Barcode erfassen? Lässt sich die Liste so ausgeben, dass sie in die Meldung passt, getrennt nach Rollen? Und erhalten Teilnehmende ihre Bescheinigung ohne Handarbeit? Wenn Sie Anwesenheit je Sitzung nachweisen müssen, gehört der Einlass am Saal ebenfalls auf die Liste. Sonst tippt die Geschäftsstelle nach dem Kongress Nummern ab.

Vier Systemtypen im Überblick

Legen Sie Einreichung, Programmbau, Referentenportal und Nachweise nebeneinander, sortiert sich der Markt in vier Gruppen statt in eine lange Liste. Ordnen Sie Ihren Kongress zuerst einer Gruppe zu und vergleichen Sie erst danach Produkte innerhalb dieser Gruppe.

SystemtypStark beiWo er aufhörtPreissignal (Anbieterangaben, Oktober 2026)
Spezialisten für Einreichung und Begutachtung (ConfTool, Ex Ordo, Oxford Abstracts, EasyChair)Begutachtung in großer Menge, Anonymität, Gutachterpools, TagungsbändeNetworking und vieles vor Ort brauchen meist ein zweites SystemConfTool Standard kostenlos bis 150 Teilnehmende; ConfTool Pro und Ex Ordo auf Anfrage
Kongresssoftware aus einer Hand (Converia, Fourwaves, Dryfta)Einreichung, Begutachtung, Programm, Anmeldung und Rechnung in einem SystemOrganisierte 1:1-Termine sind meist ein RandthemaFourwaves 899 bis 2.299 Euro pro Jahr; Dryfta 1.499 bis 14.999 US-Dollar pro Jahr; Converia auf Anfrage
Matchmaking zuerst (Converve)Regelbasierte 1:1-Termine, persönliche Agenda aus parallelen Sitzungen, Zeitplan ohne ÜberschneidungenUmfangreiche Begutachtung läuft über einen Spezialisten für Einreichungenje Veranstaltung, nach Größe
Eventsuiten (Cvent, Swapcard, Whova)Anmeldung und Marketing über viele Veranstaltungen, Technik vor Ort, Module für EinreichungenTiefe der Begutachtung hängt von Modul und Tarif abSwapcard Event Engagement Platform ab 610 US-Dollar pro Jahr; Cvent und Whova auf Anfrage

Alle Preise in der Tabelle sind veröffentlichte Anbieterangaben oder vom Anbieter beschriebene Modelle, keine verhandelten Ergebnisse. Wer „auf Anfrage” steht, veröffentlicht tatsächlich nichts: Ex Ordo bittet um eine Schätzung der erwarteten Einreichungen und schickt dann ein Angebot, Whova fragt Format, Dauer, Teilnehmerzahl und Häufigkeit ab (Preisseiten der Anbieter, Oktober 2026).

Für den DACH-Raum sind zwei Namen in der Tabelle besonders interessant. ConfTool ist eine deutsche GmbH mit Servern in Deutschland. Converia richtet sich nach eigenen Angaben an mehrtägige Fachkongresse, nennt über 1.000 Konferenzen pro Jahr und Server in der EU (Anbieterangaben, Oktober 2026). Für Verbände, die Verbandssoftware und Kongress gemeinsam betrachten, ordnet unser Leitfaden Verbandssoftware oder Event-Plattform ein, wann das Veranstaltungsmodul des Mitgliedersystems reicht und wann nicht.

Was Kongresssoftware 2026 kostet

Die Tabelle liefert Anker, doch wichtiger als jede einzelne Zahl ist das Preismodell. Kongresssoftware wird selten so berechnet wie ein reines Anmeldesystem.

Drei Modelle dominieren. Preise nach Einreichungen sind ehrlich, binden Ihr Budget aber an eine Zahl, die Sie nicht steuern. Preise nach Teilnehmenden passen zu Kongressen mit kleiner Einreichungsrunde. Preise je Kongress oder als Jahreslizenz, wie Converia sie nach eigenen Angaben anbietet, lassen sich am besten planen. Wie steil die Stufen sein können, zeigt Dryfta: 1.499 US-Dollar im Jahr decken 100 Einreichungen und 100 Anmeldungen, die nächste Stufe für 14.999 US-Dollar im Jahr deckt jeweils 1.000 (Dryfta Tarifseite, Stand Oktober 2026). Zehnfache Menge, zehnfacher Preis.

Kostenlose Lösungen gibt es, mit klaren Grenzen. ConfTool Standard ist für Veranstaltungen bis 150 Teilnehmende gedacht, läuft nur als lokale Installation und kommt ohne Support; ConfTool Pro ist ein gehosteter Dienst mit Support, dessen Preis sich nach Anforderungen und Größe richtet (ConfTool, Oktober 2026). Für einen Jahreskongress mit Hunderten Einreichungen ist das selten die Antwort.

Planen Sie außerdem die Einführung ein. Converia nennt in seinen Antworten auf häufige Fragen für die Einführung typischerweise vier bis acht Wochen (Anbieterangabe, Oktober 2026). Rechnen Sie diese Zeit vor der Öffnung des Call for Abstracts ein, nicht danach. Was außerhalb der Lizenz anfällt, also Einrichtung, Betreuung vor Ort und Zahlungsabwicklung, schlüsselt unser Leitfaden Was kostet Event-Matchmaking-Software? auf.

Networking zwischen den Sitzungen

Ein Baustein liegt außerhalb der Einreichungsstrecke und entscheidet trotzdem, wie der Kongress in Erinnerung bleibt. Mitglieder kommen wegen des Programms und beurteilen den Kongress danach, wen sie getroffen haben.

Die Freeman-Studie Unpacking XLNC (Juli 2025) beziffert das: 58 Prozent der Teilnehmenden nannten Networking als Motiv für Präsenzveranstaltungen, gegenüber 39 Prozent im Jahr 2021. 51 Prozent sagen, dass gutes Networking allein Grund genug ist, wiederzukommen. Für einen jährlichen Verbandskongress ist das eine Kennzahl der Wiederkehr, nicht nur der Zufriedenheit. Erinnert wird, wen man getroffen hat.

Daraus entsteht eine Aufgabe, die reine Einreichungssysteme nicht kennen. Die Software muss erkennen, dass ein Einzelgespräch um 11 Uhr mit einer Sitzung in der persönlichen Agenda kollidieren würde. Wie Plattformen diese Terminebene lösen und was Sie in der Demo prüfen sollten, vergleichen wir im Beitrag zu Networking-Apps für Konferenzen und 1:1-Terminplanung.

Converve plant Einzelgespräche über eine Meeting-Matrix. Sie legen fest, wer unter welchen Regeln wen treffen darf, etwa Mitglieder mit Ausstellern der Industrieausstellung oder Nachwuchs mit erfahrenen Mitgliedern, und jede Terminvergabe bleibt nachvollziehbar, wenn ein Aussteller fragt, wie sein Terminplan zustande kam. Dieses regelbasierte Matchmaking legt die Termine in dieselbe persönliche Agenda wie die Sitzungen.

Datenschutz und das Zusammenspiel mit der Verbandssoftware

Nach Preis und Networking kommt im Einkauf die Datenschutzfrage, und bei Kongressen ist sie schärfer als sonst. Ein Einreichungssystem enthält unveröffentlichte Forschung, die Identität der Gutachtenden und die Zugehörigkeit der Autorinnen und Autoren.

Drei Fragen helfen weiter als jedes Siegel. In welchem Land liegen die Daten? Ist der Auftragsverarbeitungsvertrag nach Artikel 28 der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) Standard oder Verhandlungssache? Und welche Gesellschaften eines internationalen Anbieters greifen tatsächlich auf Daten von Gutachtenden und Autoren zu? Converve hostet als deutscher Anbieter in Deutschland und behandelt den Vertrag nach Artikel 28 als Standard. Die vollständige Liste für Ihre Rechtsabteilung steht in unserer DSGVO-Checkliste für Event-Software.

Dazu kommt eine Frage, die Firmenveranstalter nicht haben: Woher weiß die Kongresssoftware, wer Mitglied ist? Mitgliederpreise, der Zugang zur Mitgliederversammlung und Rabatte für Fachgruppen hängen am Mitgliedsstatus, und der liegt in der Verbandssoftware. Klären Sie, ob die beiden Systeme Daten in beide Richtungen austauschen oder ob jemand Listen abgleicht. Welche Verbandssoftware Ihr Mitgliedsjahr trägt und sich sauber mit einer Event-Plattform verbinden lässt, vergleichen wir in Verbandssoftware im Vergleich.

So gehen Sie bei der Auswahl vor

Beginnen Sie die Auswahl mit den Anforderungen Ihres eigenen Kongresses. Wenn Umfang, Rollen und Abläufe feststehen, lässt sich eine Funktionsliste sinnvoll bewerten. Die folgenden Schritte helfen dabei.

Fünf Schritte vor der ersten Demo

So wählen Sie Kongresssoftware für Ihren Verband aus

  1. Vor der Ausschreibung Mengen zählen Erwartete Einreichungen, Beitragsarten, verfügbare Gutachtende und Gutachten je Beitrag. Diese Zahlen bestimmen den Systemtyp und oft den Preis.
  2. Mit dem Komitee Regeln aufschreiben Anonym oder offen, Zahl der Runden, Bewertungsskala, Umgang mit Befangenheit. Anbieter bilden Ihre Regeln entweder ab oder bitten Sie, sie zu ändern.
  3. In der Demo Übergabe testen Lassen Sie ein Abstract annehmen und daraus eine Sitzung bauen. Prüfen Sie, welche Angaben automatisch übernommen werden und wo Nacharbeit nötig ist.
  4. In der Demo Portal und Nachweise prüfen Melden Sie sich als Referentin an und ändern Sie Biografie und Folien. Fragen Sie nach Barcode am Einlass, Listen für die Punktemeldung und Bescheinigungen.
  5. Im Angebot Preismodelle vergleichen Nach Einreichungen, nach Teilnehmenden oder als Pauschale. Rechnen Sie jedes Modell mit Ihrem höchsten erwarteten Volumen und fragen Sie, was außerhalb der Lizenz liegt.

Achten Sie besonders auf den dritten Schritt. Eine Demo, die mit einem fertigen Programm beginnt, zeigt nicht, wie viel Arbeit darin steckt.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Kongresssoftware?

Kongresssoftware steuert den gesamten Ablauf eines Kongresses: Call for Abstracts, Begutachtung und Entscheidung, Programmbau mit parallelen Sitzungen, Unterlagen der Vortragenden, Anmeldung und Einlass. Von allgemeiner Eventsoftware unterscheidet sie sich vor allem durch die Einreichung und Begutachtung, also durch Inhalte, die erst eingesammelt und bewertet werden müssen, bevor es ein Programm gibt.

Welche Kongresssoftware eignet sich für Verbände und Fachgesellschaften?

Das hängt von der Begutachtung ab, nicht von der Größe des Verbands. Fachgesellschaften mit mehreren hundert Einreichungen und doppelt blinder Begutachtung arbeiten meist mit einem Spezialisten für Einreichungen wie ConfTool oder Ex Ordo oder mit Kongresssoftware aus einer Hand wie Converia. Verbände mit kleiner Einreichungsrunde, Industrieausstellung und hohem Gewicht auf Kontakten unter Mitgliedern kombinieren eine Plattform für Agenda und 1:1-Termine wie Converve mit einem schlanken Einreichungsprozess. Prüfen Sie in jedem Fall die Übergabe von angenommenen Beiträgen ins Programm.

Was kostet Kongresssoftware 2026?

Veröffentlichte Anker im Oktober 2026 reichen von kostenlos (ConfTool Standard bis 150 Teilnehmende, nur lokale Installation, ohne Support) über 899 bis 2.299 Euro pro Jahr bei Fourwaves bis 1.499 bis 14.999 US-Dollar pro Jahr bei Dryfta (Preisseiten der Anbieter). Begutachtung ist dabei oft erst in höheren Tarifen enthalten, bei Fourwaves ab dem Tarif Advanced. ConfTool Pro, Converia, Ex Ordo, Cvent und Whova veröffentlichen keine Preise und erstellen Angebote nach Einreichungen, Teilnehmerzahl oder Leistungsumfang.

Brauche ich eine eigene Software für Abstracts?

Nur wenn Ihre Begutachtung anspruchsvoller ist als das Modul Ihrer Plattform. Ein Kongress mit 80 Einreichungen und einer Runde kommt meist mit Kongresssoftware aus einer Hand aus. Bei mehreren hundert Einreichungen, doppelt blinder Begutachtung, mehreren Runden und festen Regeln für Befangenheit ist ein Spezialist für Einreichungen meist besser, dessen angenommene Beiträge dann in die Plattform für Programm, Anmeldung und Networking übergehen.

Was ist der Unterschied zwischen Kongresssoftware und Verbandssoftware?

Verbandssoftware verwaltet das Mitgliedsjahr: Mitgliedsdaten, Beiträge, Gremien und kleinere Veranstaltungen. Kongresssoftware steuert den Jahreskongress mit Einreichung, Begutachtung, Programm und Anmeldung. Beide Systeme sollten verbunden sein, damit Mitgliederpreise und Teilnahmedaten ohne Listenabgleich fließen.

Kann Kongresssoftware Fortbildungspunkte melden?

Die Meldung selbst erfolgt durch den Veranstalter über den Elektronischen Informationsverteiler (EIV) der Ärztekammern, und zwar erst nach dem Termin (Ärztekammer Nordrhein, Stand März 2025). Kongresssoftware kann diese Meldung vorbereiten, wenn sie die 15-stellige EFN am Einlass per Barcode erfasst, Rollen wie Teilnahme und Vortrag trennt und Teilnahmebescheinigungen ausgibt. Fragen Sie Anbieter ausdrücklich danach, denn das gehört nicht überall zum Standard.

Fazit: Die Software sollte Ihren Kongressablauf unterstützen

Die passende Kongresssoftware sollte den Ablauf Ihres Programmkomitees unterstützen: vom Eingang der Abstracts über die Begutachtung bis zur Planung der Sitzungen. Testen Sie diese Schritte mit realistischen Mengen und Rollen. Wenn Ihr Kongress Fortbildungspunkte vergibt, gehören auch Anwesenheitsnachweise und die anschließende Meldung in den Testfall.

Zählen Sie Ihre Einreichungen, schreiben Sie die Regeln Ihres Komitees auf und lassen Sie sich von jedem Anbieter zeigen, wie aus einem angenommenen Abstract eine eingeplante Sitzung wird. Mit dieser Vorführung legt die Kongressreferentin dem Vorstand keine Funktionsliste vor, sondern einen Ablauf, der im Kongressjahr hält.

Wenn die Gespräche zwischen den Sitzungen für Ihren Kongress so wichtig sind wie die Sitzungen selbst, zeigt Ihnen Converve gern, wie persönliche Agenda und regelbasierte 1:1-Termine im Kongress eines Verbands zusammenspielen. Sprechen Sie mit Converve, und wir gehen mit Ihnen einen echten Kongressaufbau durch, Programm und Meeting-Matrix inklusive.

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